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Zahnaufhellung
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Die Zahnaufhellung oder das Bleaching (von englisch to bleach âbleichenâ) ist eine Methode, um menschliche ZĂ€hne aus kosmetischen oder Ă€sthetischen GrĂŒnden aufzuhellen.
Contents
âą Geschichte
âą DurchfĂŒhrung
âą Methoden
âą Nebenwirkungen
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Einzelnachweise
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Geschichte
Es hat in den wohlhabenden Schichten seit Jahrhunderten Versuche gegeben, ZĂ€hne aufzuhellen. Dabei wurden bis in die Gegenwart oft Mittel eingesetzt, die ohne Wirkung blieben, die ZĂ€hne schĂ€digten oder wenig praktikabel waren (Urin von Mensch und Tier, SĂ€uren, verschiedene andere Chemikalien). Heute können ZĂ€hne wirkungsvoll, praktikabel und substanzschonend aufgehellt werden. Die meisten Studien zeigen: Vorausgesetzt, es werden pH-neutrale PrĂ€parate eingesetzt und sachgemÀà angewendet, sind bei Zahnaufhellung keine ZahnschĂ€den zu befĂŒrchten, und Nebenwirkungen halten sich in Grenzen.cite-ref-bz-k-1-0[1]
Rechtliche Rahmenbedingungen
Mittel zum ZĂ€hnebleichen im Sinne eines Kosmetikprodukts dĂŒrfen maximal 0,1 % Wasserstoffperoxid enthalten. Kosmetikprodukte mit einer Wasserstoffperoxid-Konzentration (gebunden oder freigesetzt) zwischen 0,1 % bis 6 % dĂŒrfen nur durch Fachpersonal wie Dentalhygieniker oder ZahnĂ€rzten angewandt werden. Die Abgabe hat in jedem Fall durch einen Zahnarzt zu erfolgen.cite-ref-2[2] Alternative Inhaltsstoffe fĂŒr die Zahnaufhellung wie PeroxycarbonsĂ€uren sind durch die NeEU-Kosmetik-Verordnung nicht reglementiert.
Bleaching-Produkte mit einer Wasserstoffperoxid-Konzentration von >6 % wurden unter der Medizinprodukterichtlinie (Medical Device Directive, MDD) als Medizinprodukte gehandhabt. Mit dem Inkrafttreten der EU-Medizinprodukte-Verordnung (Medical Device Regulation, MDR) wurde der Anwendungsbereich jedoch wesentlich erweitert und alle ausgestellten Zertifikate nach der alten Gesetzgebung, der MDD, liefen im Mai 2024 ab. Es besteht die Möglichkeit einer VerlĂ€ngerung bis Mai 2028, wenn ein Antrag nach der neuen Gesetzgebung gestellt und von den Zertifizierungsstellen angenommen wird. Da das Borderline Manual Bleaching keinen medizinischen Nutzen zuschreibt, ist es nicht möglich, eine VerlĂ€ngerungsfrist fĂŒr Bleaching-Produkte in Anspruch zu nehmen.cite-ref-3[3] Es wird eine Ăbergangsphase geben, in der Produkte mit einer Wasserstoffperoxid-Konzentration von >6 % noch auf dem Markt sein werden, da die Produkte bis zu ihrem Ablaufdatum verwendet werden dĂŒrfen. Danach wird es nur noch Kosmetikprodukte mit einer Wasserstoffperoxid-Konzentration von <6 % geben.
GrĂŒnde fĂŒr die Zahnaufhellung
Man unterscheidet zwischen bleichenden MaĂnahmen, die aus medizinischen GrĂŒnden durchgefĂŒhrt werden (zu denen auch die ZahnĂ€sthetik gehört) und kosmetischen Verbesserungen.
Bleaching aus medizinischer Indikation
Medizinisch indiziert kann ein Bleaching von ZĂ€hnen sein, die durch Zahnschmelzdefekte ein unnatĂŒrliches Aussehen haben. Ebenso kann eine Zahnaufhellung von wurzelkanalbehandelten ZĂ€hnen indiziert sein, die sich dunkel verfĂ€rbt haben. Farbgebende Stoffe können in den Zahnschmelz und das Dentin eingelagert worden sein, was durch ein Bleaching verbessert werden soll. Eine medizinische Notwendigkeit ist möglicherweise aus psychologischen GrĂŒnden gegeben: ZahnverfĂ€rbungen können belastend wirken.
Kosmetisches Bleaching
Wie bei den meisten kosmetischen Eingriffen ist fĂŒr die Patienten das aktuelle Schönheitsideal beziehungsweise âAbweichungenâ davon motivierend. Kosmetisches Bleaching wird zur Aufhellung einer natĂŒrlichen, aber dunkleren Zahnfarbe angewandt. In Deutschland sind Leistungen, die ohne therapeutische Zielsetzung erbracht werden im Gegensatz zu Heilbehandlungen umsatzsteuerpflichtig. Die Umsatzsteuer muss bei diesen Leistungen im Rahmen der Rechnungslegung gegenĂŒber dem Patienten ausgewiesen werden, sofern nicht die Ausnahme der Besteuerung als Kleinunternehmer nach § 19 UStG in Betracht kommt.
Ursachen von ZahnverfÀrbungen
ZahnverfĂ€rbungen können von auĂen entstehen, indem fĂ€rbende Lebens- und Genussmittel wie alkoholische GetrĂ€nke, Tee, Tabakrauch, Kaffee, Rotwein, FruchtsĂ€fte etc. in den Zahn eindringen. Oder sie entstehen von innen durch die Auswirkung von Medikamenten, infolge von UnfĂ€llen, Karies, Absterben des Zahnmarks, MangelernĂ€hrung usw.
Seit einigen Jahren ist bekannt, dass es zu SchĂ€den des Zahnschmelzes (und des Zahnfleisches) kommen kann, wenn die ZĂ€hne sofort nach der Aufnahme von sĂ€urehaltigen Nahrungsmitteln (z. B. von Saft oder Nektar, von FrĂŒchten wie z. B. Bananen, Ananas, Orangen usw.) geputzt werden. Daher soll der Mund nach dem Genuss dieser Speisen zunĂ€chst nur mit sauberem Wasser ausgespĂŒlt und mit einer Zahnreinigung einige Stunden abgewartet werden, damit sich die ZĂ€hne wieder remineralisieren können.
Abgrenzung zu ZahnbelÀgen
ZahnverfĂ€rbungen unterscheiden sich von BelĂ€gen dadurch, dass farbgebende Stoffe unterhalb der ZahnoberflĂ€che in den Zahnschmelz und das Dentin eingelagert worden sind. Eine Ă€uĂere Zahnreinigung kann diese Farbstoffe nicht mehr erreichen.
DurchfĂŒhrung
Vor einer Aufhellungsbehandlung hat eine zahnĂ€rztliche ĂberprĂŒfung der ZĂ€hne auf Zahn- oder Zahnfleisch-SchĂ€den zu erfolgen. Ferner ist eine professionelle Zahnreinigung (PZR) angezeigt, da einerseits nur bei einem belagfreien Zahn die tatsĂ€chliche Zahnfarbe zu beurteilen ist und andererseits die Bleichmittel besser auf die Zahnsubstanzen einwirken können.
AufklÀrungspflicht
Das Bleaching erfordert gemÀà § 630e BGB die ErfĂŒllung der medizinischen AufklĂ€rungspflicht.
âDer Behandelnde ist verpflichtet, den Patienten ĂŒber sĂ€mtliche fĂŒr die Einwilligung wesentlichen UmstĂ€nde aufzuklĂ€ren. Dazu gehören insbesondere Art, Umfang, DurchfĂŒhrung, zu erwartende Folgen und Risiken der MaĂnahme sowie ihre Notwendigkeit, Dringlichkeit, Eignung und Erfolgsaussichten im Hinblick auf die Diagnose oder die Therapie. Bei der AufklĂ€rung ist auch auf Alternativen zur MaĂnahme hinzuweisen, wenn mehrere medizinisch gleichermaĂen indizierte und ĂŒbliche Methoden zu wesentlich unterschiedlichen Belastungen, Risiken oder Heilungschancen fĂŒhren können.â
Die AufklĂ€rung hat mĂŒndlich, persönlich und rechtzeitig vor einem Eingriff zu erfolgen, damit der Patient ĂŒber seine Entscheidung ausreichend nachdenken kann. Hierzu gehört bezĂŒglich des Bleachings die AufklĂ€rung ĂŒber möglicherweise notwendig werdende Wiederholungen oder ĂŒber mögliche Farbabweichungen, insbesondere zu Zahnersatz und ZahnfĂŒllungen.
Methoden
Zur Zahnaufhellung kommen in der Regel PrÀparate zum Einsatz, welche Wasserstoffperoxid (H2O2) (z. B. in der Form von Carbamidperoxid, beziehungsweise Harnstoffperoxid) oder PeroxycarbonsÀuren enthalten. Beide Stoffgruppen können in den Zahn eindringen. Diese sind in der Lage, Farbstoffe im Zahn chemisch so zu verÀndern, dass sie nicht mehr farblich in Erscheinung treten. Natriumperborat kommt hingegen nur beim Aufhellen wurzelbehandelter ZÀhne zum Einsatz.cite-ref-4[4] Zahnaufhellungsmittel sollten einen neutralen pH-Wert haben, damit sie die ZÀhne nicht aufrauen und so einer erneuten VerfÀrbung Vorschub leisten. Verschiedene Methoden kommen zur Anwendung:
Aufhellen mit individuell gefertigten Zahnschienen (âHome Bleachingâ)
Hierbei wird fĂŒr den Patienten â nach Abformung der ZĂ€hne und Modellherstellung â durch die Zahnarztpraxis beziehungsweise deren Labor eine passgenaue Kunststoffschiene tiefgezogen und ausgeschnitten, welche die ZĂ€hne ĂŒberdeckt. Zur Zahnaufhellung wird diese Schiene mit peroxidhaltigem Aufhellungsgel befĂŒllt. Das Home Bleaching Gel besitzt in der Regel eine Konzentration von 10 bis 20 Prozent Peroxid. Je nach Konzentration und individueller Ausgangssituation trĂ€gt der Patient diese Schienen zwischen einer und acht Stunden bzw. ĂŒber Nacht. Bei âAltersverfĂ€rbungenâ genĂŒgen oft fĂŒnf bis sieben Behandlungen, bei hartnĂ€ckigeren VerfĂ€rbungen, z. B. durch Tetracycline sind oft 15 oder mehr Behandlungen nötig. Das Home Bleaching ist vor allem angezeigt, wenn der gesamte Zahnbogen aufgehellt werden soll.
Aufhellen durch direktes Auftragen (âPower Bleachingâ oder auch âIn-Office-Bleachingâ)
Beim In-Office-Bleaching werden PrĂ€parate höherer Konzentration in der Zahnarztpraxis eingesetzt. Zur Vorbereitung wird das Zahnfleisch mit einem gummiartigen Ăberzug, dem Kofferdam, oder einem flieĂfĂ€higen Material (gewöhnlich auf Kompositbasis) geschĂŒtzt. Das gelförmige Aufhellungsmittel wird vom Behandler direkt auf die aufzuhellenden ZĂ€hne gebracht und wirkt dort ein. Mitunter wird durch eine Lichtbestrahlung mit Bleaching-Lampen oder mithilfe eines Diodenlasers die Wirkung intensiviert.cite-ref-5[5] Letzteres erfolgt bei Bleaching-Gelen, welche durch die Einwirkung von kurzwelligem Licht (Cyan/Blau oder UV-Licht) chemisch aktiviert werden. Nach 15â45 Minuten wird das Gel entfernt. Ist die Aufhellung noch nicht ausreichend, kann das Verfahren wiederholt werden. In der Regel sind bei einer erstmaligen Zahnaufhellung bis zu vier Behandlungen nötig, um ein dauerhaftes Ergebnis (ein Jahr und lĂ€nger) zu erreichen.cite-ref-6[6] Das Power Bleaching wird meist gewĂ€hlt, wenn es um die Aufhellung einzelner vitaler (lebender) ZĂ€hne geht oder wenn das Bleichen beschleunigt werden soll.
Aufhellen durch Einlagen im Zahn (âWalking-Bleach-Technikâ)
Ist ein einzelner, devitaler (abgestorbener) Zahn aufzuhellen, so kann dies ergĂ€nzend mit einer Einlage in den Zahn geschehen. Die Krone des Zahnes wird dazu geöffnet. Durch die vorangegangene Wurzelkanalbehandlung ist diese bereits aufgebohrt worden. Ein geeignetes Mittel wird in das Pulpencavum eingebracht, das frĂŒher das Zahnmark (pulpa dentis) ausgefĂŒllt hat. Der Zahn wird anschlieĂend provisorisch verschlossen und das Aufhellungsmittel fĂŒr einen oder mehrere Tage im Zahn belassen. Nach Entfernung des Aufhellungsmittels wird die Ăffnung erneut gefĂŒllt. Es dauert einige Tage, bis das Peroxid vom Zahninneren durch den Zahnschmelz diffundiert ist. Die Aufhellung erfolgt daher zeitverzögert. Sofern die erreichte Zahnfarbe nicht dem Wunschergebnis entspricht, kann die Methode wiederholt werden.
Wirkung der Aufhellungsmittel auf ZahnfĂŒllungen, Kronen, BrĂŒcken
Die Farbe von ZahnfĂŒllungen sowie Verblendungen von Zahnkronen und BrĂŒcken werden durch eine Zahnaufhellung nicht verĂ€ndert. Daher kann es sein, dass diese im sichtbaren Bereich nach der Zahnaufhellung erneuert werden mĂŒssen. Eine schwerwiegende, weil kostentrĂ€chtige Entscheidung, ĂŒber deren Tragweite sich der Patient bewusst sein muss, zumal keine Aufhellung von Dauer ist und erneut Farbunterschiede zwischen den natĂŒrlichen ZĂ€hnen und dem Zahnersatz auftreten können. Der Zahnarzt muss den Patienten hierĂŒber aufklĂ€ren. Eine professionelle Zahnaufhellung vor der Neueingliederung von Zahnersatz bringt dieselbe Problematik mit sich. Auch in diesen FĂ€llen muss der Patient darĂŒber aufgeklĂ€rt werden, dass kĂŒnftig von Zeit zu Zeit Zahnaufhellungen durchgefĂŒhrt werden mĂŒssen, um Farbunterschiede zu vermeiden.
Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen sind abhÀngig vom Einsatz der jeweiligen Stoffgruppen, da diese unterschiedliche chemische Reaktionen im Zahn auslösen, um den Aufhellungseffekt zu erzielen.
Generelle Nebenwirkungen
âą Die Aktivierung von Bleichmitteln durch WĂ€rme, Licht oder Laser wird weiter kontrovers diskutiert, und ZahnĂ€rzte sollten weiterhin die Evidenzdaten fĂŒr diese Verfahren prĂŒfen, da sie das Pulpagewebe schĂ€digen können.
âą WĂ€hrend der Bleachingbehandlung werden die Farbpigmente im Zahnschmelz durch Oxidation verĂ€ndert, was die Aufhellung bewirkt. In zahlreichen Studien wurde geprĂŒft, ob aufgehellte ZĂ€hne rauer, spröder oder kariesanfĂ€lliger sind. Die meisten Studien belegen die UnschĂ€dlichkeit der Aufhellungsbehandlung, wenn sie sachgerecht durchgefĂŒhrt wurde. Mit PrĂ€paraten, die Fluorid und Kaliumnitrat enthalten, wurde ein kariesschĂŒtzender Effekt festgestellt.
âą Gelangt das Bleichmittel auf die Schleimhaut, so besteht die Gefahr von Schleimhautirritationen.
âą Es wird geschĂ€tzt, dass beim Home-Zahn-Bleaching etwa 25 % des Bleachinggels verschluckt wird, was gesundheitliche Folgen wie Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum und im Magen verursachen kann. Im Normalfall dichten die Bleaching-Schienen sehr gut ab â obenstehende SchĂ€tzung geht von der typischen Ăberdosierung des Bleachinggels durch den Heimanwender aus. Im Rahmen des In-Office-Bleachings kann das Verschlucken durch kontinuierliches Absaugen des Speichels vermieden werden.
âą Es gibt auch eine âpositiveâ Nebenwirkung: Patienten mit aufgehellten ZĂ€hnen zeigen vielfach ein gröĂeres Interesse an ihren ZĂ€hnen, betreiben eine bessere Mundhygiene und gehen regelmĂ€Ăiger zu Vorsorge-Untersuchungen und professionellen Zahnreinigungen zum Zahnarzt. Dies ist eine Folge des âhöheren Wertesâ, den sie nun in ihren schöneren ZĂ€hnen sehen und den sie erhalten möchten; dies fördert die generelle Zahngesundheit.
Spezifische Nebenwirkungen bei Bleichmittel auf Wasserstoffperoxid-Basis
Bleichmittel auf Wasserstoffperoxid-Basis sind immer mit Reactive Oxygen Species (ROS) verbunden. Die freien Radikale diffundieren durch den Zahnschmelz und das Dentin und brechen die FarbmolekĂŒle auf, wodurch die Zahnfarbe weiĂer wahrgenommen wird.cite-ref-8[8] Der Nachteil ist, dass diese Radikale bestimmte lokale schĂ€dliche Auswirkungen haben, wie z. B. Schmelzerosion, VerĂ€nderung der MikrohĂ€rte der ZĂ€hne, Reizung des Zahnfleischs, Ăberempfindlichkeit nach dem Bleichen und Brennen.cite-ref-9[9] Weiter sind folgende Nebenwirkungen bekannt:
âą Schon wĂ€hrend der Behandlung kommt es oftmals zu einer sehr schmerzhaften Empfindlichkeit gegenĂŒber dem Bleichmittel. Frisch behandelte ZĂ€hne können empfindlich gegen SĂŒĂes und Saures und temperaturempfindlich sein, was zum Teil sehr schmerzhaft sein kann. Diese Erscheinungen sind jedoch meist nur temporĂ€r und klingen in einigen Tagen nach der Behandlung ab.
âą Die langfristigen Auswirkungen von Bleichmitteln mit höherer Konzentration (>6 % H2O2 oder Ăquivalent) auf die Pulpa, das Dentin, den Zahnschmelz und das orale Weichgewebe sind noch nicht geklĂ€rt. Diese Bleichmittel sind potenziell schĂ€dlich und sollten mit Vorsicht nur in der zahnĂ€rztlichen Praxis angewendet werden.cite-ref-fdi-7-1[7]
âą Durch das Bleaching können den ZĂ€hnen Mineralien entzogen werden, was sowohl zu einer Demineralisierung als auch zum vorĂŒbergehenden Abbau der Protein-Pellikel (der Schutzschicht des Zahns) fĂŒhren kann. Dieses kann zu mehr oder weniger ĂŒberdeckenden weiĂen Flecken fĂŒhren, was sich in der Regel in den Tagen nach der Behandlung wieder normalisiert. Die Remineralisation kann von speziellen Gels unterstĂŒtzt werden.
âą Durch das Bleaching kann die Zahnstruktur geschwĂ€cht werden. Beim internen Bleichen kann es zur BrĂŒchigkeit des Zahnes sowie zu Wurzelresorptionen kommen.cite-ref-bz-k-1-1[1]
Spezifische Nebenwirkungen bei Bleichmittel auf PeroxycarbonsÀuren-Basis
Bleichmittel auf Basis von PeroxycarbonsĂ€uren (PAP) können als wirksames Vehikel fĂŒr die Zahnaufhellung gewĂ€hlt werden. Dabei erwies sich PAP als nahezu unschĂ€dlich fĂŒr den Zahnschmelz mit einem sicheren und zuverlĂ€ssigen Bleicheffekt. Bei der klinischen Anwendung von PAP zur Zahnaufhellung finden ebenfalls Oxidationsreaktionen statt und die FarbmolekĂŒle werden durch chemisch-physikalische Prozesse entfĂ€rbt. Die Reaktion findet jedoch ohne die Bildung von freien Radikalen statt. Das ist der groĂe und entscheidende Unterschied, denn freie Radikale sind die Hauptursache fĂŒr Zahnempfindlichkeit und Zahnfleischreizungen bei der Zahnaufhellung mit Bleichmitteln auf Basis von Wasserstoffperoxid.cite-ref-10[10]
Dauerhaftigkeit der Zahnaufhellung
FĂŒr alle marktĂŒblichen Methoden gilt: Die Aufhellung der ZĂ€hne hĂ€lt nicht ewig, jedoch oft jahrelang. Die Dauerhaftigkeit des Ergebnisses ist wesentlich von der QualitĂ€t und QuantitĂ€t der Mundhygiene, den individuellen Konsumgewohnheitencite-ref-11[11] (insbesondere von Kaffee, Tabak und Tee) sowie von der Tatsache abhĂ€ngig, ob regelmĂ€Ăig eine professionelle Zahnreinigung durchgefĂŒhrt wird und darauffolgend den Zahnschmelz hĂ€rtende Mittel verwendet werden. Sobald die aufgehellten ZĂ€hne im Ganzen oder partiell merklich nachdunkeln, muss das Bleaching wiederholt werden, um eine erneute Aufhellung zu erzielen. Auffrischungsbehandlungen sind meist deutlich schonender als das initiale Bleaching, da aufgrund der vorgebleichten ZĂ€hne eine geringere Peroxid-Menge eingesetzt werden muss.
Neben dem âOffice-Bleachingâ oder âHomebleachingâ sind PrĂ€parate im freien Handel (Apotheken, Drogerien und SupermĂ€rkte), die vom Patienten angewendet werden können, darunter Aufpinsellösungen, beschichtete Klebestreifen und vorgefertigte Schienen mit Pasten und Gelen. Diese Mittel sind von unterschiedlicher QualitĂ€t. Mitunter befinden sich darunter Mittel, die den ZĂ€hnen schaden können, nur zu einer unzureichenden oder ungleichmĂ€Ăigen Aufhellung fĂŒhren oder das Zahnfleisch reizen. Die Hauptproblematik der Selbstbehandlung liegt jedoch in der fehlenden vorherigen sachgerechten Diagnostik: Der Laie kann die GrĂŒnde von VerfĂ€rbungen nicht beurteilen, wodurch möglicherweise wichtige Vorbehandlungen (Kariesentfernung, Wurzelkanalbehandlung) unterbleiben und eventuelle unerwĂŒnschte Farbabweichungen resultieren.
Kosten der Zahnaufhellung
Die Kosten fĂŒr die Zahnaufhellung werden nicht von den Gesetzlichen Krankenversicherungen ĂŒbernommen, da die Leistung das Wirtschaftlichkeitsgebot gemÀà § 12 SGB V nicht erfĂŒllt, wonach âLeistungen ausreichend, zweckmĂ€Ăig und wirtschaftlich sein mĂŒssen; sie dĂŒrfen das MaĂ des Notwendigen nicht ĂŒberschreiten. Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dĂŒrfen die Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligenâ. Der Zahnarzt erstellt einen privaten Heil- und Kostenplan, aus dem die individuellen Kosten ersichtlich sind. Sie belaufen sich fĂŒr beide Kiefer zwischen 300 und 600 Euro. Die Honorare fĂŒr das Bleichen einzelner ZĂ€hne variieren zwischen 20 und 50 Euro pro Zahn.
Siehe auch
Commons
: Zahnaufhellung
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⹠Schönheitsideal
⹠Ohaguro (das ZahnschwÀrzen im vormodernen Japan)
Literatur
âą Das Bleichen verfĂ€rbter ZĂ€hne. (PDF) Wissenschaftliche Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
âą Dental Bleaching Materials. Stellungnahme der FDI World Dental Federation
âą Zahnaufhellung mit Wasserstoffperoxid. greenfacts.org â Kurzfassung eines Berichts des Wissenschaftlichen Ausschusses âKonsumgĂŒterâ der EuropĂ€ischen Kommission
âą Josef Schmidseder: Gesunde und schöne ZĂ€hne. SĂŒdwest-Verlag, MĂŒnchen 2002, ISBN 3-517-06151-4.
âą WeiĂe ZĂ€hne â was ZĂ€hne wirklich aufhellt. Stiftung Warentest, Januar 2013.
⹠Stephan Berg, Norbert Schmitz-Koep: Schöne ZÀhne. Honos Verlag, Köln 2001, ISBN 3-8299-5548-0.
Einzelnachweise
cite-note-bz-k-11. â Bleaching (Memento des Originals vom 19. Januar 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bzaek.de Stellungnahme der BundeszahnĂ€rztekammer
cite-note-22. â EU-Kosmetik-Verordnung (PDF)
cite-note-33. â MANUAL ON BORDERLINE AND CLASSIFICATION IN THE COMMUNITY REGULATORY FRAMEWORK FOR MEDICAL DEVICES. In: European Union. European Union, Mai 2019, abgerufen am 12. Juni 2024 (englisch).
cite-note-44. â Office Bleaching ZWP Online
cite-note-55. â Bleaching mit dem Diodenlaser (pdf)
cite-note-66. â In-Office-Bleaching
cite-note-fdi-77. â Material zum Bleichen von ZĂ€hnen (Memento des Originals vom 5. Mai 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fdiworldental.org (PDF) Stellungnahme der FDI World Dental Federation
cite-note-88. â Ruchi Singhal, Ritu Namdev, Parul Singhal, Nisha Rajput, Saurabh Narang: Newer Technique of Extra-Coronal Bleaching with Sodium Perborate on Non-Pitted Fluorosis Stains in Permanent Anterior Teeth. In: The Journal of Clinical Pediatric Dentistry. Band 46, Nr. 2, 1. MĂ€rz 2022, ISSN 1053-4628, S. 112â118, doi:10.17796/1053-4625-46.2.4, PMID 35533230.
cite-note-99. â Mozhgan Bizhang, Julia Domin, Gholamreza Danesh, Stefan Zimmer: Effectiveness of a new non-hydrogen peroxide bleaching agent after single use - a double-blind placebo-controlled short-term study. In: Journal of applied oral science: revista FOB. Band 25, Nr. 5, 2017, ISSN 1678-7765, S. 575â584, doi:10.1590/1678-7757-2016-0463, PMID 29069156, PMC 5804394 (freier Volltext).
cite-note-1111. â Bleaching Fakten. (PDF; 202 kB) bleaching-tipps.de, Stand 2010